German Translations

*** White macht eine Demonstration. Er hat 5 ml Kochsalzloesung in einer Spritze (das sollte
Lidocain sein, er hat aber kein Lidocain, also hat er stattdessen Kochsalzloesung ge-
nommen). Er zieht dann 5 ml Propofol in die Spritze. White erklaert, dass Shafer nicht das
richtige Infusions-Set benuetzt hat, seines hatte einen langen Schlauch und damit hat er ge-
zeigt, dass mehr oder weniger das gesamte Propofol im Schlauch bleiben wuerde. White will
zeigen, dass das nicht der Fall ist (mit dem kuerzeren Schlauch, den er benuetzt) und bittet
nun Flanagan, den IV-Beutel hochzuhalten. Nach einigen Problemen, den richtigen Platz im
Saal zu finden, an dem alle Geschworenen alles gut sehen koennen, spritzt er das Propofol +
Kochsalzloesung in den Anschluss, der zum kurzen Schlauch fuehrt (nach meiner Schaetzung
sieht der nach etwa 20 cm Laenge aus) und die Kochsalzloesung-Propofol-Mischung tropft in
einen Plastikbecher. Er erklaert, wie man sieht, gibt es keinen Grund, die Infusion der Koch-
salzloesung zu stoppen, niemand wuerde Propofol injizieren und dafuer die Kochsalzloesung
stoppen. Er sagt, er injiziert nie ueber 3 bis 5 Minuten, weil er ungeduldig ist, aber das
ist es, was der Beipackzettel angibt und es ist, was Murray sagte, dass er getan hat. Er sagt,
dass es angebracht ist, es langsam zu geben bei einem Patienten, der schon diverse Benzos
bekommen hat.
 
Murray Prozess, Tag 21, 31. Oktober 2011

(uebersetzt von Milka fuer MJJC)

Morgens

Dr. Paul White Aussage - Fortsetzung

Kreuzverhoer durch Walgren


Dr. White ist in Pension nach 30 Jahren klinischer Patientenversorgung, lehren und forschen.
White sagt, er ist ein Experte im Gebrauch von Propofol, kein Experte in Pharmakokinetik und
Erstellung von dynamischen Modellen. Er bittet andere Leute, das zu machen, wie z. B. Dr.
Shafer.

Walgren fragt, ob es Beispiele dafuer gibt, wo Murray vom Pflegestandard abgewichen ist am
25. Juni und in den 2 Monaten davor. White stimmt zu.

Walgren fragt, was er von Murray's Polizeibefragung weiss. White sagt, er weiss, Murray gab
25 bis 50 mg Propofol mit 5 cc Lidocain. Basierend auf der Befragung kann er nicht sagen,
wie Murray den Drip gegeben hat. White sagt, es gibt einige Moeglichkeiten fuer den Drip und
mehrere IV-Schlaeuche, wie von Shafer beschrieben, ist eine der Moeglichkeiten.

White sagt, Propofol ohne entsprechender Ueberwachung zu geben, koennte gefaehrlich sein und
koennte in Herz/Atemdepression resultieren. White sagt, er wuerde zumindest eine Ambu-Bag
haben wollen.

Walgren fragt White, ob er jemals Propofol in einem Schlafzimmer gegeben hat. White hat nie
von so etwas gehoert. White sagt, er weiss, dass Propofol in Ordinationen und Kliniken gege-
ben wird.

Walgren fragt nach Absaug-Equipment. White sagt, es ist erstrebenswert, es zu haben, aber
Erbrechen ist ziemlich selten. White sagt, ein Pulsoximeter ist essentiell und eine Blut-
druckmanschette ist wichtig. White sagt, bei einer Infusion misst man den Blutdruck alle 5
Minuten und fuer minimale Sedierung misst man alle 5 Minuten. Kapnographie wird nicht ueber-
all benuetzt, White findet es nuetzlich, aber es ist nicht sehr genau.

Walgren fragt, ob das Fehlen des Fuehrens einer medizinischen Akte eine ungeheuerliche Ab-
weichung vom Pflegestandard ist. White sagt, Charts sind notwendig, aber in diesem Fall hat
das Fehlen nicht zum Tod beigetragen. White klassifiziert das als geringe bis moderate Ab-
weichung vom Pflegestandard.

Walgren fragt nach der Begutachtung vor einem Eingriff. D. h., der generelle Zustand des
Patienten wird evaluiert, um zu sehen, ob es irgendwelche Faktoren gibt, die das Risiko fuer
eine Herz/Atemdepression erhoehen. Es wird erwaehnt, dass Atemdepression durch Propofol selten
ist und generell passiert, wenn andere Medikamente (wie z. B. Benzos) benuetzt werden.

Walgren fragt, wieviel White von der Verteidigung bezahlt wurde. White sagt, ihm wurden
bis jetzt 11.000 Dollar bezahlt. White sagt, gewoehnlich verlangt er 3.500 Dollar pro Tag
fuer das Erscheinen bei Gericht, aber das verlangt er hier nicht, weil die Verteidigung
dafuer nicht die Mittel hat.

Walgren fragt, ob White jemals einen Patienten hatte, der unter Propofol zu atmen aufgehoert
hat. White sagt, das hat er (nach Allgemeinanaesthesie) und er hat ihnen mit einer Ambu-Bag
und Maske geholfen oder mit anderen Atemtechniken wie endotrachealer Intubation oder einer
Larynxmaske.

Walgren erwaehnt den aerztlichen Eid, "keinen Schaden zu verursachen" und fragt, ob Murray
das verletzt hat durch seine Gabe von Propofol. White sagt, Murray hat keinen Schaden ver-
ursacht.

Walgren fragt, wer trifft die endgueltige Entscheidung - der Arzt oder der Patient. White
sagt, beide teilen die Verantwortung, aber der Arzt hat die Option, die Behandlung abzu-
lehnen. White sagt, er wurde nie etwas geben, das er fuer unangebracht haelt und er wuerde
es ablehnen.

Walgren fragt, ob es einfach ist, von einem Level der Sedierung in ein anderes zu kommen.
White stimmt zu, dass Beobachtung noetig ist, aber 25 mg ist eine sehr minimale Dosis, die
nach 15 Minuten in der Wirkung nachlassen wuerde. Er sagt, den Patienten mit dieser Dosis
15 - 30 Minuten zu beobachten ist genug und dann ist es okay, den Patienten zu verlassen.

Walgren fragt nach einem Pulsoximeter ohne Alarm. White sagt, es hat keinen Wert, wenn man
nicht im Raum ist. White sagt auch, dass 25 mg Propofol nach 25 - 30 Minuten keinen Effekt
mehr hat. Walgren fragt, ob Benzos einen Effekt haetten, White sagt, wenn sie Stunden vorher
gegeben worden sind, haetten sie wenig Effekt.

White versucht, Murray's Behandlung zu rechtfertigen und sagt, dass dies ein ungewoehnlicher
Fall mit Schlaf als Ziel war und dass es akzeptabel war, dass Murray MJ alleingelassen hat.

Walgren fragt, was, wenn der Patient es mag, das Propofol selbst zu "druecken". White sagt,
er haette den Raum nicht verlassen.

White fragt nach dem zu spaeten Rufen von 911. White sagt, er kann das nicht rechtfertigen,
aber fuegt an, die Situation war anders, Murray wusste die Adresse nicht und das Haus war
nicht leicht zugaenglich. Walgren draengt White, White sagt, Murray haette 911 frueher rufen
sollen, aber es haette in diesem Fall keinen Unterschied gemacht. White sagt, er haette mit
Wiederbelebung begonnen und 911 innerhalb von 3 - 5 Minuten gerufen.

White sagt, er glaubt nicht, dass alles, was Murray in der Polizeibefragung gesagt hat, wahr
ist. White sagt, in Notsituationen ist es schwer, sich an alle Details zu erinnern und Murray
koennte einfach uebersehen haben, Propofol zu erwaehnen und hat es nicht aus Unaufrichtig-
keit getan. Walgren deutet an, die andere Alternative waere, dass Murray gelogen hat. White
stimmt widerstrebend zu.

Walgren geht ueber den Brief, den White der Verteidigung gegeben hat. In dem Brief steht,
Sedativa, Analgetika und Benzos koennen das Risiko von Propofol erhoehen. White sagt, hohe
Konzentration von Lorazepam und 25 mg Propofol zu schnell gegeben verursachen Herzrhythmus-
stoerungen und einen schnellen Tod.

White erwaehnt, obwohl Murray Propofol gekauft hat, hatte MJ seinen eigenen Vorrat an
Propofol. Walgren fragt, wo er diese Information in der Polizeibefragung gesehen hat. White
sagt, Murray hat ihm das gesagt (Anm. White nahm mehrere Anlaeufe, das unterzubringen, er
bezog sich auf 2 Gepraeche, die er mit Murray hatte, aber diese durften im Prozess nicht
aufgebracht werden, deshalb gab es Einspruch von Walgren, dem der Richter stattgegeben hat
und Walgren hat den Richter gebeten, White zu ermahnen, der Richter unterbricht dann die Ver-
handlung und schickt die Geschwornen hinaus).

Walgren zeigt den IV-Schlauch, der am Tatort gefunden wurde und fragt, ob man diesen leicht
verstecken kann und ob er in eine Hand oder eine (Hosen)tasche passt. White gibt das zu
(Anm. widerstrebend).

Walgren erwaehnt, dass White spekuliert hatte, dass MJ Propofol getrunken haette, aber
jetzt lehnt White das als Todesursache ab. White sagt, Shafer hat erklaert, warum Propofol
im Magen gewesen sein koennte und warum es nicht den Tod verursacht hat.

White sagt, er hat seinen 3 Seiten langen Brief in sehr kurzer Zeit geschrieben, weil
Flanagan etwas von ihm brauchte. White sagt, er hat sonst keine Berichte geschrieben. In
dem Brief schrieb White, Michael hat sich Propofol selbst gegeben, entweder per Injektion
oder oral. Flanagan hat orales Propofol erwaehnt, bevor er den Brief geschrieben hat und
White sagte, er machte eine Suche, fand aber nichts darueber.

Walgren fragt, wenn es nach ihm, White, geht, ob die einzige Option die waere, dem Opfer
die Schuld zu geben. White sagt, wenn Murray nur das gegeben hat, was er sagte, dass er
gegeben hat, dann muss da noch etwas anderes sein. Walgren fragt, ob White jetzt MJ auch
die Schuld fuer das Lorazepam gibt. White sagt "ja". Walgren fragt, ob White alles, was
Murray sagte, als Wahrheit genommen hat. White sagt "ja". White sagt, was Murray ueber
die Gabe der Medikamente gesagt hat, ist konsistent mit dem Autopsie-Bericht.

Walgren geht ueber den Bericht und betont, dass White jetzt sagt, MJ starb an einer schnellen
Bolusinjektion, das aber nie in seinem Bericht/Brief geschrieben hatte. Walgren fragt, ob
er irgendeine andere Theorie aufgebracht hat, die das Einnehmen der Medikamente nicht MJ
zuschreibt. White sagt "nein".

Walgren fragt, wer Dr. Gabriela Ornelas ist. White sagt, sie ist ein PhD in biomedizinischer
Technik. White hat sie letzte Woche zum ersten Mal getroffen und fragte, ob sie die Menge
an freiem Propofol berechnen koennte, die man erwarten wuerde, im Urin zu sehen 3 Stunden
nach einer 100-mg-Infusion.

Vormittagspause
 
Murray Prozess, Tag 21, 31. Oktober 2011

(uebersetzt von Milka fuer MJJC)

Morgens

Dr. Paul White Aussage - Fortsetzung

Kreuzverhoer durch Walgren - Fortsetzung

Walgren erwaehnt, Shafer hat der Verteidigung Software fuer die Modelle uebergeben, waehrend
White nur Computercode auf Papier uebergeben hat.

Walgren geht ueber die 10-Uhr-morgens-Lorazepam-Theorie. Da der Peak-Effekt nach 2 Stunden
eintritt, passt das gut zu 12 Uhr mittags (Anm. dem angenommenen Todeszeitpunkt). Letzte
Woche hatte Shafer ausgesagt, Lorazepam musste mindestens 4 Stunden vor dem Tod genommen
worden sein, deshalb hat White sich mit Ornelas getroffen. Sie hat mehrere Szenarien kreiert.
Whtie sagt, er wusste nicht von der 10-Uhr-Lorazepam-Theorie.

Walgren fragt, haette MJ ihn gebeten, fuer ihn zu arbeiten und ihm Propofol zu geben, ob
er den Job angenommen haette. White sagt absolut nicht. Er sagt, kein Geldsumme haette ihn
ueberzeugen koennen, es zu machen, wegen der Zeit, die zu investieren waere (Anm. die Zeit war
seine erste Antwort, Walgren fragte dann, ob der Grund nur die Zeit waere, daraufhin sagte
er etwas widerstrebend noch ein paar andere Dinge), der Verantwortung und dem Off-Label-
Gebrauch von Propofol.

Walgren fragt, ob White's 11:40-Uhr-Selbstadministrations-Theorie auf vielen Annahmen basiert
wegen des Fehlens von medizinischen Aufzeichnungen. White stimmt zu.

Walgren fragt, ob er fuer seine Theorie "Murray hat den Raum fuer 2 Minuten verlassen" be-
nuetzt hat. White sagt "nein":

Walgren fragt nach der Propofol-Studie an Beaglen. White sagt, Flanagan kannte einen Tier-
arzt, der die Studie machen konnte und er (White) hatte keinen Anteil daran. White sagt, er
hat nur einen Bericht von Flanagan bekommen darueber, dass orales Propofol keinen Effekt bei
Beaglen hat.

Walgren fragt, wenn White annimmt, dass MJ Lorazepam genommen hat, war Murray da auch nicht
im Zimmer. White sagt, MJ ging herum. Walgren erhebt Einspruch, weil White hier wieder er-
zaehlt, was Murray ihm gesagt hatte. White sagt, er weiss, dass Murray in einem anderen Teil
des Hauses war (angrenzendes Schlafzimmer, etc.), bzw. ihn nicht beobachtet hat. White sagt,
Murray wusste nicht, dass MJ Lorazepam genommen hatte.

Walgren fragt White, ob er weiss, dass Murray den Raum nur einmal verlassen hat. White sagt
"ja". Er sagt ausserdem, er glaubt, Murray war gegen 7 Uhr morgens auch nicht im Raum. White
sagt, als Murray am Telefon war, war er vermutlich nicht bei MJ, weil dieser geschlafen hat.

White's Theorie ist es, dass Murray 50 mg Propofol und Lidocain in eine Spritze gezogen hat
und dass er MJ die Haelfte davon gab und die halb volle Spritze liegen gelassen hat. White
sagt, dann war Murray im Flur - und Walgren erhebt wieder Einspruch, weil White sich wieder
auf die Gespraeche bezieht, die er mit Murray hatte. White meint, nachdem Murray die halbe
Spritze gegeben hatte und ihn beobachtet hatte, verliess er ihn, um zu telefonieren und ging
ins Badezimmer. White meint, MJ koennte es sich selbst injiziert haben in diesen 40 Minuten.

Walgren fragt, ob MJ durch den IV-Anschluss injiziert haette und ob die Spritze ursprueng-
lich auf dem Sessel lag. Walgren fragt, ob es Murray nicht alarmiert haette, die Spritze
im IV-Anschluss zu finden. Walgren fragt ausserdem, ob MJ nach seiner Theorie in derselben
Position ins Bett zurueckgefallen ist.

Walgren fragt, ob White der Auffassung ist, MJ waere im Haus herumgegangen, den IV-Staender
herumrollend mit einem Kondom-Katheder und einem Urinbeutel an seinem Bein befestigt.

Walgren fragt, ob es nicht eine Moeglichkeit ist, dass Murray das zusaetzliche Propofol
injiziert hat. White antwortet ja, wenn er MJ Schaden zufuegen wollte.

Walgren fragt, ob MJ zum Schlafen zu bringen milde/minimale Sedierung war, was Reaktion auf
verbale Stimuli bedeuten wuerde. Walgren fragt, ob das fuer ihn Sinn ergibt. White sagt,
fuer Schlaf braucht man kein hoeheres Level an Sedierung.

White sagt, er glaubt, MJ hat am 23. und 24. kein Propofol bekommen, basierend auf den Urin-
Levels (Anm. des Urins in der Urinflasche).

White sagt, in den 6 Wochen vorher hat Murray MJ 1 oder 2 Bolusinjektionen mit Propofol
gegeben (25 bis 50 mg) und anschliessend eine Infusion mit einem 1-Liter-Infusionsbeutel
mit Kochsalzloesung und der Propofol Ampulle - Walgren unterbricht hier, weil sich White
wieder auf seine Gespraeche mit Murray bezieht. White spekuliert, dass es minimale bis
moderate Sedierung war.

Walgren zitiert einige Artikel geschrieben von White. Ein Artikel sagt, dass MAC (moderate
Sedierung) denselben Pflegestandard benoetigt wie Allgemeinanaesthesie.

Richtlinien fuer Anaesthesie in Ordinationen (geschrieben von White):

1. Entsprechend geschultes Personal
2. Anaesthesie-Equipment
3. Komplete Dokumentation der angewendeten Behandlung
4. Ueberwachungs-Equipment
5. Erholungsbereich mit entsprechendem Personal
6. Verfuegbarkeit von Notfall-Equipment
7. Plan fuer einen Notfalltransport der Patienten zu einem Ort, der umfassendere Versorgung
anbietet, sollte eine Komplikation auftreten
8. Dokumentation ueber ein Qualitaetssicherungsprogramm
9. Anhaltendes Training des Arztes
10. Sicherheitstandards, die nicht gefaehrdet werden duerfen fuer die Annehmlichkeit des
Patienten oder (zur) Kosten(ersparniss)

Walgren fragt, ob diese Standards auch gelten sollten, wenn Propofol in einem Schlafzimmer
gegeben wird? White sagt, er wuerde es nicht in einem Schlafzimmer geben und White stimmt
letztendlich zu, dass die Gabe von Propofol zu Hause die minimalen Erfordernisse von
Anaesthesie gegeben in einer Ordination benoetigt.

Mittagspause

Anmerkung: Bei der Durchsicht div. Grafiken konnte/wollte er div. Unstimmigkeiten in den
Grafiken immer wieder nicht erklaeren und berief sich darauf, dass er diese nicht gemacht
hat, sondern dass sie von Gabriela Ornelas gemacht wurden (waehrend Walgren meinte, er hat
aber beim Direktverhoer zu diesen Grafiken ausgesagt), die den Prozess im Fernsehen ver-
folgt hat und daraus z. B. Uhrzeiten uebernommen hat, also er ihr diese Informationen nicht
gegeben hat.
 
Murray Prozess, Tag 21, 31. Oktober 2011

(uebersetzt von Milka fuer MJJC)

Nachmittags

Dr. Paul White Aussage - Fortsetzung

Kreuzverhoer durch Walgren - Fortsetzung

Walgren faehrt damit fort, White's Buecher und Artikel zu zitieren: "Wegen dem profunden
Risiko von Herz/Atemdepression, sollte Propofol immer von Anaesthesisten gegeben werden,
nicht von Gastroenterologen, etc. (anderen Aerzten)." White sagt, das Buch wurde im Jahr
1996 publiziert, Dinge haben sich seit dem entwickelt. White sagt, er wuerde zustimmen, dass
Propofol ein profundes Risiko fuer Herz/Atemstillstand darstellt, aber es kann von geschulten
Aerzten, die nicht Anaesthesisten sind, in entsprechender Umgebung gegeben werden.

White sagt, die Richtlinien fuer Sedierung fuer Nicht-Anaesthesisten sind: "Auch, wenn
man nur moderate Sedierung beabsichtigt, sollte derselbe Pflegestandard angewendet werden
wie fuer tiefe Sedierung" und "weil es nicht immer moeglich ist, vorherzusehen, wie ein
Patient reagieren wird, muss die Betreuungsperson darauf vorbereitet sein, einen Patienten
aus tiefer Sedierung zu retten".

White stimmt zu, dass der Patient bei moderater Sedierung (wenn eine Infusion benuetzt wird)
dieselbe Behandlung bekommen sollte wie fuer tiefe Sedierung.

Bei milder Sedierung, sagt White, sollte der Arzt darauf vorbereitet sein, dass der Patient
in moderate Sedierung uebergeht, nicht tiefe Sedierung.

White sagt, er wuerde Propofol nicht bei jemandem zu Hause geben, aber meint, diesen Richt-
linien sollten bei Infusion beachtet werden. White sagt, er weiss nicht, ob eine zweite
Person notwendig ist, wenn man annimmt, der Arzt beobachtet den Patienten, waehrend Propofol
gegeben wird.

Walgren fragt, wie ist das bei der Gabe von Benzos und einer Bolusinjektion mit Propofol?
White sagt, in einer idealen Situation waere es grossartig, den Richtlinien zu folgen.

Walgren zeigt Ornelas' Modell mit 25 mg gegeben ueber 3 bis 5 Minuten im Gegensatz zu 25 mg
schneller Injektion und dem Unterschied in der Blutkonzentration und freiem Propofol in
den Urinlevels. Ihr Modell basiert auf einem Artikel aus dem Jahr 1988.

White hat den Artikel nicht im Detail gelesen. White hatte eine Unterhaltung mit Ornelas
letzte Woche fuer einige Stunden in Flanagan's Haus. Die Modelle, zu denen White ausgesagt
hat, wurden nicht von ihm gemacht, er ist kein Experte fuer Modelle.

Walgran zeigt nochmals das Modell mit 25 mg um 10:40 Uhr gegeben von Murray im Gegensatz
zu 11:40 Uhr Selbstinjektion durch MJ. Vor der Selbstinjektion war das Blutlevel nahe 0.

Walgren zoomet die Selbstinjektion heran. White glaubt, die Selbstinjektion passierte
spaeter als 11:40 Uhr.

White denkt, dieses Szenario ist das wahrscheinlichste, weil es konsistent ist mit Murray's
Polizeibefragung, dem Fehlen des Infusionsschlauchs, passt zur Konzentration an freiem
Propofol im Urin, passt zur Blutkonzentration.

Walgren zeigt einen weiteren Zoom derselben Grafik, der ueber 10 Minuten geht (Anm. 11:39
bis 11:49 Uhr), sie zeigt nur die Blutkonzentration. Die Zirkulation stoppt sofort. White
sagt, es koennten Herzrhythmusstoerungen gewesen sein, die Ursache ist unklar.

Walgren erwaehnt den Autopsie-Bericht und dass MJ keine Herzprobleme hatte. White sagt,
das schliesst Herzrhythmusstoerungen nicht aus.

Murray hat dem LAPD gesagt, als er in das Zimmer zurueckkam war MJ's Puls 122. White sagt,
es ist unklar, was 122 war und es koennte die Sauerstoffsaettigung gewesen sein (Anm. er
hat tatsaechlich gesagt, in Bezug auf das Pulsoximeter, auf dem Murray eine Zahl gesehen
hat - "es ist unklar, ich weiss nicht, dass da ein Saettigungswert war und manchmal der
Puls" und wird dann von Walgren unterbrochen). Walgren liest die Polizeibefragung. Murray
hat auch gesagt, dass er einen schwachen Puls gefuehlt hat. White sagt, Murray koennte
seinen eigenen Puls gefuehlt haben, er stand unter Stress. Er koennte keinen "durchpump-
enden" Puls gefuehlt haben. Walgren sagt: "Das passt zu der neuen Theorie, dass MJ sofort
gestorben ist."

White sagt, er sieht keine Hinweise auf Atemstillstand oder Herzstillstand oder die beiden
kombiniert.

Walgren kommt auf den Brief vom 8. Maerz zurueck, den White der Verteidigung geschickt hat.
Die erste Todesursache, an die White gedacht hat, war Atemstillstand. White korrigiert das
und sagt, er glaubt, im Brief steht Atem/Herzstillstand und andere Dinge. Walgren sagt,
eines der anderen Dinge ist orale Einnahme.

Walgren zeigt Modelle fuer Lorazepam (mehrere 4-mg-Injektionen, 2 x 2 mg-Infusion + 16 mg
oral).

Die Grafik zeigt 0,0013 mg im Magen, White weiss nicht, woher die Zahl kommt, aber sie ist
kleiner als 0,006 mg.

White sagt, die Tatsache, dass freies Lorazepam im Magen gefunden wurde, deutet orale
Einnahme an.

White sagt, die Annahme von Rest-Lorazepam geht von 10 mg fuer die letzten 5 Naechte aus.
Walgren zeigt die Grafik, in der Murray 25 mg Propofol injiziert haette, und in der MJ
selbstinjiziert haette. Als MJ selbstinjiziert hat, war das Lorazepam ein bisschen niedriger.

Walgren kommt noch einmal auf Ornelas' Modell mit 25 mg Propofol ueber 3 bis 5 Minuten
und 25 mg schnelle Injektion und die Blutkonzentration in den Faellen und das freie Propofol
in den Urinlevels zurueck. Walgren fragt, warum es nicht die Stelle zeigt, an der Propofol
wirkt (das Gehirn). White sagt, weil sie nur nach dem freien Propofol im Urin gefragt wurde.

Eine Grafik von Shafer gemacht fuegt die Gehirn-Konzentration zu Ornelas' Grafik hinzu:
Die Level im Gehirn sind dieselben sowohl bei Injektion von Murray, als auch bei angenommener
Selbstinjektion. White sagt, diese Zahlen sind wegen Variabilitaet bedeutungslos. White waere
mehr interessiert an der Konzentration im Herzen.

Nachmittagspause

Walgren fragt White, ob er irgendeine Forschung angestellt hat, um sicher zu gehen, dass
die 0,3 % von Ornelas (0,3 % des Propofols werden unveraendert ausgeschieden) richtig ist.
White sagt, nach seinem Gefuehl ist das die konservativste Zahl.

Walgren zeigt den Artikel, den Dr. Ornales als Basis fuer ihre Analyse genommen hat. Er
wurde im Jahr 1988 publiziert (Anm. Ich glaube, es ist derselbe Artikel wie schon weiter
oben erwaehnt). Der Artikel deutet an, dass weniger als 0,3 % an Propofol unveraendert
ausgeschieden wird, aber das Modell verwendet 0,3 %. White erinnert sich, dass der Artikel
1 % angab (Anm. White bezog sich hier tatsaechlich auf einen anderen Artikel).

Walgren fragt, basierend auf dem Artikel, der weniger als 0,3 % angibt, koennte es Null
sein? White stimmt nicht zu. Walgren sagt, der Artikel gibt an, dass 0,3 % eine Ueberbe-
wertung sein koennte. White sagt, der Unterschied zu einer 3-Stunden-Infusion waere noch
immer riesig.

Walgren zeigt einen Artikel aus dem Jahr 1991 ueber Tiere (Hunde, Ratten). Es gab ueberhaupt
kein unveraendertes Propofol, egal, ob Bolus oder Infusion. White sagt, er verlaesst sich
nicht auf Artikel ueber Tiere, er zieht es vor, sich auf Artikel ueber Menschen zu verlassen.

Walgren zeigt einen Artikel aus dem Jahr 1999: sie haben kein freies Propofol im Urin ge-
funden. White weist darauf hin, dass er dazu keine Suche angestellt hat.

Walgren zeigt einen Artikel aus dem Jahr 2002, in dem die Level, die gefunden wurden, viel
kleiner waren. Es gibt einen Einspruch, dem wird stattgegeben. Der Richter bittet Walgren,
das Thema zu wechseln.

Nochmaliges Direktverhoer durch Flanagan

Flanagan spricht darueber, dass 911 fuer 20 Minuten nicht gerufen wurde. Flanagan sagt,
es war ein grosses Haus mit einem Zaun, einem geschlossenen Tor, das nur von den Sicher-
heitsleuten geoeffnet werden kann, Sicherheitsleute waren ausserhalb der Kueche (Anm. nicht
im Haus), der Vorfall ereignete sich im ersten Stock, es gab kein Festnetztelefon. Flanagan
fragt, ob es unangemessen waere, eine Person in der Kueche um Hilfe zu bitten.

White sagt, er wuerde den Patienten wiederbeleben und die Person in der Kueche um Hilfe
bitten, es klingt angemessener als zu den Sicherheitsleuten zu gehen. White sagt, CPR sollte
innerhalb von 1 bis 2 Minuten gegeben werden und sollte fuer mindestens 3 Minuten gemacht
werden, bevor man den Patienten verlaesst.

Flanagan fragt, was fuer eine Art von CPR sollte gegeben werden. White sagt, Mund-zu-Mund
und fuegt an, eine Ambu-Bag waere besser, aber Mund-zu-Mund ist einen Moeglichkeit.

Flanagan fragt White, was seine Einschaetzung waere, wenn der Patient nicht atmet und seine
Augen und der Mund offen sind. White sagt, seine Einschaetzung waere, zu schauen, ob der
Patient am Leben ist, weil diese Dinge oft Zeichen des Todes sind.

Flanagan fragt, wenn der Patient um 12 Uhr mittags tot war, konnte noch irgendetwas getan
werden. White sagt, wenn der Patient tot war, haette das Fuehren von medizinischen Auf-
zeichnungen keinen Unterschied gemacht.

Flanagan fragt White, ob er vermuten wuerde, dass Propofol etwas mit dem Tod zu tun hatte.
White sagt, wenn das Propofol um 10:40 Uhr gegeben wurde und der Patient um 12 Uhr tot war,
wuerde er nicht vermuten, dass Propofol etwas mit dem Tod zu tun hat.

Flanagan fragt, nachdem die Sanitaeter die Genehmigung bekommen hatten, den Patienten fuer
tot zu erklaeren, ob weitere Versuche realistisch waren und es eine Chance gegeben haette,
den Patienten zu retten. White sagt "nein".

White sagt, auch, wenn die Aerzte in der Notaufnahme vom Propofol gewusst haetten, haette
es das Ergebnis nicht veraendert.

Flangan und White sprechen ueber eine Bolusinjektion mit 25 mg Propofol gegeben ueber 3 bis
5 Minuten. White sagt, wenn es irgendeinen negativen Effekt haette, waere das am Ende der
Injektion offensichtlich und es haette keinen Grund gegeben, etwas zu einem spaeteren Zeit-
punkt zu vermuten.

Flanagan fragt nach dem Verstecken des IV-Schlauchs und White sagt, es ist einfacher, einen
IV-Schlauch zu verstecken als einen IV-Beutel, aber wenn der IV-Schlauch in der Tasche war,
waere Fluessigkeit in der Tasche gewesen.

Flangan erwaehnt, in der Voruntersuchung haben 2 Zeugen die Moeglichkeit von oraler Einnahme
angegeben.

Flanagan fragt, ob Walgren White kontaktiert hat. White sagt, Walgren hat ihn angerufen und
sie haben gesprochen. White sagt, er wurde von der Verteidigung kontaktiert. Flanagan fragt,
ob er bezahlt wurde und White sagt "ja". White sagt, es ist seine einzige Einkommensquelle.
 
Murray Prozess, Tag 22, 1. November 2011

(uebersetzt von Milka fuer MJJC)

Dr. Paul White Aussage - Fortsetzung

Nochmaliges Direktverhoer durch Flanagan - Fortsetzung


Flanagan erwaehnt nochmals die Variabilitaet in den Modellen.

Flanagan zeigt das Lorazepam-Modell, das 16 mg orale Einnahme inkludiert, was auf 0,0013
mg im Mageninhalt basiert. Wenn man die orale Einnahme auf 8 Uhr morgens verschiebt, wuerde
das freie Lorazepam im Magen den 0,008 mg entsprechen, die in der Autopsie gefunden wurden,
und ebenso der Blutkonzentration.

Flanagan geht ueber die 0,3 % freies Propofol in Urin. In einem Modell mit einer Infusion
von 100 ml Propofol ueber 3 Stunden waere das Level im Bereich zwischen 1 und 3 mg. 1 mg
ist 10 Mal die Menge, die in der Autopsie gefunden wurde.

Flanagan erwaehnt, das brennende Gefuehl ist bei kleinen Venen staerker, und je nach Kon-
zentration des Medikaments und der Geschwindigkeit der Injektion. Lidocain wird vor der
Infusion gegeben oder am Anfang. White sagt, von der Halbwertszeit von Lidocain ausgehend
und von einer Infusion ueber 3 Stunden sollte kein Lidocain in der Autopsie gefunden werden,
und es gab bei der Autopsie 0,84 mg/ml.

White sagt, wenn es 2 Injektionen gegeben hat, wuerde Lidocain 2 Mal gegeben und White
wuerde die Lidocainlevel erwarten, die bei der Autopsie gefunden wurden.

Flanagan erwaehnt den Pflegestandard im Vergleich zum Standard in der Praxis. White sagt,
der Pflegestandard ist das Ideal, das sie fuer jeden Patienten anstreben wuerden, aber es
ist nicht immer moeglich.

Flanagan geht ueber minimale Sedierung. Es gaebe normale Reaktion auf verbale Stimulation.
Flanagan fragt, wenn er ein Ambien nehmen wuerde, ob White ihn aufwecken koennte, indem er
mit ihm spricht. Sie diskutieren 25 mg Propofol. White sagt, es wuerde Aengste reduzieren
und wuerde im Allgemeinen keinen Schlaf produzieren. White sagt, es koennte einen erholsamen
Zustand kreieren, wenn der Patient sehr muede ist. White sagt auch, dass jedes Geraeusch im
Raum den Patienten aufwecken wuerde. White sagt, bei minimaler Sedierung werden die Atmung
und die kardiovaskulaere Funktion nicht beeintraechtigt.

Flanagan's nochmaliges Direktverhoer von Dr. White ist beendet. Walgren macht kein weiteres
Kreuzverhoer.


Bei abgeschalteter Kamera (Anm. der Live-Stream wird immer abgeschaltet, wenn die Jury nicht
im Saal ist, so wie in diesem Fall, aber Presse ist anwesend und kann berichten) fragt der
Richter Dr. Murray, ob er aussagen wird. Murray sagt, er wird nicht aussagen.

Der Richter gibt eine 30minuetige Pause, damit die Anklage entscheiden kann, ob sie ein
"Rebuttal" (Anm. "Widerlegung", sie koennen nochmals Zeugen aufrufen, nachdem die Verteidigung
ruht, um die Verteidigung zu widerlegen) machen wollen.

Nach der Pause ruft Walgren Dr. Shafer fuer die Widerlegung auf.


Dr. Steven Shafer Widerlegungsaussage

Direktverhoer durch Walgren


Walgren fragt, wenn Lorazepam als Infusion gegeben wird, wuerde etwas davon in den Magen
gehen. Shafer sagt ja und es hat nicht mit Verteilung nach dem Tod zu tun (Anm. Er fuehrt
aus, dass Medikamente gegeben in einer Infusion ins Koerpergewebe gehen, zaehlt Organe auf,
darunter der Magen).

Walgren fragt und Shafer stimmt zu, dass es keine Moeglichkeit gibt, zwischen "MJ hat
Lorazepam oral eingenommen" und "Murray hat MJ orales Lorazepam gegeben" zu unterscheiden.

Walgren bringt Shafer's Modell mit der Infusion von 100 ml Propofol ueber 3 Stunden zur
Sprache. Shafer sagt, es zeigt nicht, wann MJ gestorben ist und es war nicht notwendiger-
weise um 12 Uhr mittags. Shafer sagt, es ging im Prinzip darum, zu zeigen, dass MJ ge-
storben ist, als die Infusion noch lief.

Walgren fragt nach dem IV-Aufbau. Shafer sagt, die Rate mit den Klammern zu kontrollieren
wird gewoehnlich bei Medikamenten benuetzt, wo man die Rate nicht genau setzen muss, aber
fuer Propofol ist eine Pumpe erforderlich.

Shafer sagt, die Lidocainlevel, die in der Autopsie gefunden wurden, sind nicht inkon-
sistent mit der Simulation einer Infusion von 100 ml ueber 3 Stunden. Shafer sagt, Lido-
cain koennte in die Propofol-Flasche gemischt gewesen sein.

Walgren fragt nach dem Hauptrisiko von Propofol und Shafer sagt, es ist das Versagen der
Atmung, und der Sauerstoffmangel im Herzen bringt das Herz um.

Walgren bringt den Artikel auf, den die Verteidigung in ihrer Simulation fuer das unver-
aenderte Propofol im Urin benuetzt hat. Shafer sagt, er hat diese Literatur recherchiert.
Der Artikel aus dem Jahr 1988, den die Verteidigung benuetzt hat, gibt an, dass sie sehr
wenig (0 bis 0,3 %) unveraendertes Propofol im Urin gefunden haben, aber dass sie nicht
wussten, ob es freies Propofol war oder der Metabolit.

Shafer sagt, es gibt neuere Artikel zu dem Thema. Der detailierteste ist der von 2002.
Der Artikel hat das tatsaechliche freie Propofol gemessen und das Level war zwischen
0,002 und 0,004 %.

Das Propofol im Urin der Autopsie war 0,15 mg/ml. Bei 500 ml Urin ist das 82,5 Mikro-
gramm Propofol.

Walgren zeigt eine Tabelle im Artikel aus dem Jahr 2002. Die durchschnittliche Menge an
Propofol, die gefunden wurde, war 70,71 Mikrogramm Propofol im Urin; das entspricht einer
Dosis von 2000 mg.

Shafer sagt, das schliesst absolut White's Theorie aus und es deutet darauf hin, dass MJ
mehr Propofol bekommen hat als selbst Shafer dachte.

Walgren fragt nach dem Pflegestandard fuer z. B. einen Narkosefacharzt, der die Behandlung
an einem abgelegenen Ort durchfuehrt (z. B. in der Radiologie, etc.). Shafer sagt, man hat
weniger Toleranzspielraum fuer Fehler, weil man keine Sicherung hat. Man sollte kein ver-
kuerztes Vorgehen vornehmen. Shafer sagt, wenn es so etwas wie Anaesthesie im Schlafzimmer
gaebe, wenn man einen Fehler macht, hat man Mortalitaet. Der Pflegestandard waere also
hoeher.

Kreuzverhoer durch Flanagan

Flanagan debattiert mit Shafer darueber, was er ueber Lidocain in seinem Bericht geschrieben
hat. Shafer denkt, Flanagan hat missverstanden, was er geschrieben hat. Flanagan bittet
Shafer, einen Absatz aus seinem Bericht zu lesen.

Flanagan geht ueber den Artikel von 2002 und ob 25 mg Propofol eine sub-anaesthetische Dosis
ist. Shafer sagt, bei den meisten Patienten waere es eine solche und es haengt davon ab,
ob andere Medikamente im Koerper sind. Flanagan versucht zu sagen, dass der Artikel sub-
anaesthetische Dosen nicht erwaehnt.

Nochmaliges Direktverhoer durch Walgren

Walgren versucht, das Problem mit dem Artikel und der Verwendung von sub-anaesthetischen
Dosen zu klaeren, Shafer sagt, die Verwendung einer groesseren Dosis macht das Ergebnis
genauer, das ist alles.


Beide Seiten arbeiten nun an einer Stipulation. Stipulation 52A sagt, dass People's 52
(das Beweisstueck mit der Nummer 52, das die Anklage so nummeriert hat) die richtigen
Telefonnummern enthaelt.

Beide, die Anklage und die Verteidigung, ruhen nun. Der Richter informiert die Geschworenen,
dass beide Seiten um einen Tag gebeten haben, um ihre Schlussplaedoyers vorzubereiten. Der
Richter entschuldigt die Geschworenen. In einer Sitzung am Nachmittag, die nicht im Fern-
sehen (Anm. oder Stream) uebertragen wird, arbeiten beide Seiten an den Belehrungen fuer
die Jury.

Am Mittwoch, den 2. November, wird keine Verhandlung stattfinden. Schlussplaedoyers und
die Belehrungen fuer die Jury sind festgesetzt auf Donnerstag, den 3. November. Die Sitzung
wird um 9 Uhr morgens beginnen.
 
Murray Prozess, Tag 23, 3. November 2011

(uebersetzt von Milka fuer MJJC)

Morgens

Die Verhandlung beginnt damit, dass Richter Pastor die Belehrungen fuer die Geschworenen
vorliest.

Der Richter sagt den Geschworenen, die Beweisstuecke, die medizinische Gegenstaende ent-
halten, werden nicht im Jury Room (Raum, in dem die Beratungen stattfinden) sein, aber
werden ihnen vom Gerichtsdiener gebracht, wenn sie danach fragen.

Wichtige Punkte der Belehrung fuer die Geschworenen:

- Pastor sagt den Geschworenen, sie muessen seinen Belehrungen ueber das Gesetz folgen,
auch, wenn sie nicht damit uebereinstimmen sollten.

- Pastor sagt, die Anklage muss die Schuld ohne begruendeten Zweifel beweisen. Er erklaert,
das heisst nicht, dass das jeden moeglichen Zweifel eliminieren muss.

- Pastor sagt, was die Anwaelte (Anm. der Anklage und Verteidigung) sagen und fragen ist
kein Beweis.

- Pastor sagt, Dinge koennen bewiesen werden durch direkte Beweise oder Indizienbeweise.
Er sagt, diese sind gleichbereichtigt.

- Pastor sagt, wenn sie zu 2 begruendeten Schlussfolgerungen kommen, einer, die Unschuld
zeigt und einer, die Schuld zeigt, muessen sie den Angeklagten fuer nicht schuldig befinden.

- Pastor sagt, sie koennen die Aussagen der Zeugen fuer wahr halten oder nicht, vollstaendig
oder teilweise.

- Pastor sagt, Menschen koennen vergessen oder machen Fehler und 2 Leute koennen dasselbe
beobachten, aber sich unterschiedlich erinnern.

- Pastor sagt, in Bezug auf die Sachverstaendigen (Anm. die Experten, die ausgesagt haben)
sollte deren Ausbildung, Qualifikation, die Information, auf die sie sich gestuetzt haben
und warum sie bestimmte Statements gemacht haben in Erwaegung gezogen werden.

- Pastor sagt, die Aussagen von Leumundszeugen koennen in Erwaegung gezogen werden und
koennen berechtigten Zweifel schaffen.

- Pastor sagt, die Geschworenen sollten sich nicht davon beeinflussen lassen, dass Murray
nicht ausgesagt hat.

- Pastor erklaert "fahrlaessige Toetung". Die Anklage muss beweisen, dass Murray 1) eine
legale Handlung mit grober ("krimineller") Fahrlaessigkeit begangen hat und 2) es verfehlte,
eine gesetzliche Pflicht anzubieten durch grobe Fahrlaessigkeit.

- Pastor sagt, es koennte mehr als eine Todesursache geben und es ist erforderlich, dass
die Handlungen von Murray ein substantieller Faktor fuer den Grund des Todes sind. Sie
muessen nicht der einzige Faktor sein.

- Pastor sagt, Michael koennte es verfehlt haben, entsprechende Versorgung zu verwenden
und mag zum Tod beigetragen haben. Wenn jedoch Murray's Handlungen substantiell waren, ist
er dennoch fuer den Tod verantwortlich.


David Walgren - Schlussplaedoyer

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Walgren beginnt damit, den Geschwornen fuer ihren Dienst zu danken.

Walgren erklaert, dass Murray nicht der alleinige Grund fuer MJ's Tod sein muss; er muss
nur ein substantieller Faktor sein.

Walgren sagt, dass Murray MJ's Tod verursacht hat und Prince, Paris und Blanket ohne Vater
gelassen hat. "Fuer Prince, Paris und Blanket wird dieser Prozess nicht heute enden, fuer
sie wird es fuer immer weitergehen."

Walgren erklaert Vertrauen und die Beziehung zwischen einem Arzt und einem Patienten und
"keinen Schaden zuzufuegen". Der Arzt entscheidet, was die angemessene Behandlung fuer einen
Patienten ist. Alle Aerzte, die ausgesagt haben, sagten, sie wuerde so etwas nie machen.
Walgren legt dar, dass Murray das Vertrauen zwischen Arzt und Patient "jeden einzelnen Tag"
verletzt hat.

Murray war ein Angestellter fuer Geld. "MJ hat Murray vertraut. Er hat ihm sein Leben an-
vertraut. Er hat Murray mit seinem eigenen individuellen Leben vertraut und den zukuenf-
tigen Leben seiner Kinder, darauf vertrauend, dass Murray, waehrend MJ schlief, fuer ihn
sorgen wuerde, so dass er am Morgen aufwachen wuerde, um eine Mahlzeit mit seinen Kindern
zu teilen." "MJ hat mit seinem Leben bezahlt."

Am 24. Juni 2009 hat MJ im Staples Center performt und hat eine grossartige Performance
geliefert. Er war optimistisch und hat in die Zukunft geschaut. 12 kurze Stunden spaeter
lag er tot in seinem Bett, mit den Handflaechen nach oben und seinem Kopf auf die Seite
gedreht - tot in seinem Haus.

MJ war ein 50 Jahre alter Mann nervoes ueber die anstehende Tournee. MJ wollte seine Fans
zufriedenstellen, die so lange loyal zu ihm standen, seine Familie, seine Kinder. MJ war ein
kreatives Genie und hat Perfektion angestrebt. Er hat in die Zukunft geschaut. Er machte
Langzeitplaene fuer sich selbst und seine Kinder, zu denen er so hingebungsvoll war.

MJ wollte seine Message mit der Welt teilen. Er wollte seine Fans zufriedenstellen. Er
wollte, dass seine Kinder ihn performen sehen.

Fuer MJ waren seine Kinder vorrangig. Er wollte ein Haus fuer seine Kinder (Anm. waehrend
This Is It), damit sie nicht in einem Hotel eingesperrt waeren (Anm. wegen der Paparazzi).
MJ wollte einen Film basierend auf "Thriller" machen und er wollte Regie bei Filmen fuehren.
MJ wollte ein Kinderspital eroeffnen. Er wollte das der Welt geben. Er hatte Plaene, Hoff-
nungen und Traeume.

Die Tour waere auf die Welt ausgedehnt worden. Er war aufgeregt darueber, dass seine Kinder
ihren Dad in London performen sehen wuerden. Aber nichts von all dem wurde Realitaet, weil
MJ am 25. Juni 2009, nur 50 Jahre alt, fuer tot erklaert wurde. Paris musste ihren Vater
in der Situation sehen und schrie "Daddy", Prince war im Schock. Das ist es, was Murray
MJ und seinen Kindern angetan hat.

Walgren erklaert, dass Murray der fahrlaessigen Toetung angeklagt ist und Walgren geht
ueber das Gesetz. Walgren sagt, es koennte unbeantwortete Fragen geben, aber sie muessen
nur 3 Fragen beantworten.

Das Gesetz wuerdigt die besondere Beziehung zwischen Arzt und Patienten. Aerzte haben die
gesetzliche Pflicht fuer die Versorgung ihrer Patienten und das Versagen, nach dieser
Pflicht zu handeln, ist fahrlaessige Toetung. Walgren geht ueber grobe Fahrlaessigkeit und
Ursache.

Walgren erklaert, dass die Theorie der Verteidigung die ist, dass MJ sich selbst mit
Propofol injiziert und seinen Tod verursacht hat. Walgren sagt, Murray ist grob fahr-
laessig, wenn er vorhersehen konnte, was passieren wuerde. Er hat selbst zugegeben, dass
er wusste, MJ mochte es, Propofol selbst zu "druecken". Er haette ihn nicht alleinlassen
sollen in einem Zimmer, das mit Medikamenten gefuellt war. Walgren sagt, selbst wenn das
wahr waere, war es vorhersehbar.

Walgren sagt, irrefuehrende Statements koennen Schuld zeigen. Murray machte irrefuehrende
Angaben, als er es verfehlt hat, den Sanitaetern und Aerzten zu sagen, dass er Propofol
gegeben hatte. Das ist das Bewusstsein von Schuld. "Das ist Murray an erste Stelle setzen."
Walgren sagt, Murray hat absichtlich falsche Angaben gemacht.

Walgren geht ueber den Hintergrund des Falles. Murray hatte einen Vertrag unterschrieben.
Er sollte 150.000 Dollar pro Monat bekommen und eine Unterkunft. Murray schickte Briefe
an seine Patienten, in denen er sagte, er wuerde laenger abwesend sein und auf unbestimmte
Zeit aufhoeren, Medizin zu praktizieren.

Walgren geht ueber die Lieferungen von Medizin und sagt den Geschworenen, Murray hat mehr
als 4 Gallonen (Anm. mehr als 15 Liter) Propofol bestellt und lies diese an die Wohnung
seiner Freundin in LA schicken.

Walgren erwaehnt die Aufnahme vom 10. Mai. Murray sagt, er hat im Juni festgestellt, dass
es ein Problem gibt, aber die Aufnahme ist von 1 1/2 Monaten vorher. Murray konnte sich
nicht damit bemuehen, eine Krankenakte zu fuehren, aber er hatte kein Problem, einen mit
Medikamenten abgefuellten MJ aufzunehmen und die Aufnahme aus irgendeinem Grund aufzuheben.

Sogar in diesem verletzlichen Zustand spricht MJ ueber die Zukunft und seine Sehnsuechte.
Er spricht ueber ein Kinderspital. Er hat keinen Grund anzunehmen, dass ihn jemand hoeren
wuerde (Anm. ist so gemeint, dass das ein sehr privater Moment war); er spricht ueber seine
wahren Gefuehle und Sehnsuechte.

2 Tage nach dieser Aufnahme hat Murray die groesste Lieferung an Medikamenten bestellt.
Walgren sagt, sie konnten mit dem Durchsuchungsbefehl die anderen Propofol-Ampullen nicht
finden.

Bei einem Treffen Anfang Juni versichert Murray allen, dass es MJ gut geht. Am 19. Juni
2009 ist Regisseur Kenny Ortega besorgt ueber MJ's Gesundheit und er schickt ihn nach Hause.
Ortega schickt eine dringende Email an Randy Phillips, in der er sagt, dass MJ in einem
schlechten Zustand ist. Ortega versuchte, Murray zu erreichen, hat ihn aber nicht erreicht.
Bei dem Treffen am 20. Juni war Murray darueber boese, dass MJ nach Hause geschickt worden
war. Murray bestand darauf, dass es MJ gut geht ... und greift Ortega dafuer an, dass er
MJ von den Proben nach Hause geschickt hat. Murray sagte streng zu Ortega, er moege sich um
seine eigenen Angelegenheiten kuemmern. "Das ist ungluecklicherweise, was passiert ist."

Am 21. Juni 2009 klagte MJ darueber, dass eine Seite seines Koerper heiss war und die andere
kalt. Faheem Muhammad rief eine Krankenschwester an, die ihnen sagte, MJ muss ins Spital
gehen.

Am 23. Juni performed MJ im Staples Center. Allen Aussagen nach war es eine grossartige
Performance. Da war ein Licht am Ende des Tunnels. MJ's letzte Probe am 24. Juni war wieder
ein Erfolg. Alle waren aufgeregt darueber, dass die Tour nun endlich passieren wuerde. MJ
war besonders aufgeregt ueber die "Illusion", die am naechsten Tag performt werden sollte.
Walgren geht ueber MJ's letzte Verabschiedungen von Ortega und Phillips.

Murray's Version der Ereignisse hat sich veraendert. Am 25. Juni sagte er, er hat den
Stillstand beobachtet. Nach MJ's Tod wurde eine Vereinbarung getroffen (Anm. mit der Polizei),
sich mit Murray im Marina del Rey Hotel zu treffen. Murray war mit seinen Anwaelten dort.
Zu diesem Zeitpunkt wussten die Ermittler sehr wenig. Die Todesursache war noch nicht fest-
gestellt worden. Detectives haben im Dunkeln gearbeitet. Sie haben sich hingesetzt, um
Murray zuzuhoeren, ihm zuzuhoeren, was er zu sagen hatte. Die Detectives hatten keine medi-
zinischen Kenntnisse. Murray erzaehlte den Detectives, dass er MJ Propofol gegeben hatte.
Als sie fragten, wie regelmaessig das passiert ist, sagt Murray ihnen, jeden Tag. Murray
gab zu, er gab MJ Injektionen mit 50 mg Propofol gefolgt von einem Drip fast jede Nacht fuer
2 Monate.

In der Befragung erzaehlt Murray den Polizisten, er machte sich Sorgen darueber, MJ um
10:00 Uhr vormittags Propofol zu geben, weil MJ zu Mittag aufstehen musste - 2 Stunden
spaeter. Murray sagt, er war einverstanden, ihm Propofol zu geben, als MJ sagte, er muss
nicht zu Mittag aufstehen. Das zeigt, dass Murray vor hatte, MJ einen Drip zu geben, weil
eine Injektion mit 25 mg wuerde jemanden nur fuer 5 Minuten schlafen lassen. CM hatte vor,
ihn "umzuhauen".

Walgren sagt, Murray hat nicht 911 gerufen und das ist bizarr, und er hat darauf abgezielt,
sich selbst zu beschuetzen. Murray hat 911 gar nicht angerufen, weil, wie er behauptete,
mit dem 911-Bediensteten zu sprechen fahrlaessig waere ... also was macht er stattdessen?
Er ruft Michael Amir Williams an und hinterlaesst ihm eine Nachricht. Abgesehen von all
den anderen bizarren Verhaltensweisen, alles, was er haette sagen muessen, waere gewesen
"Ruf 911", aber das hat er nicht gemacht. Murray wusste, was er getan hatte und dass seine
Handlungen MJ getoetet hatten. Walgren sagt, Murray hat 911 absichtlich nicht gerufen.

Walgren geht ueber Murray's Handy-Berichte und Emails. Walgren fragt die Geschworenen, ob
sie glauben, MJ hat Murray 150.000 Dollar bezahlt und war wach und klagte darueber, und
Murray war nicht da und am Telefon. Walgren regt an, dass Murray in der Lage war, all diese
Zeit am Telefon zu verbringen, weil MJ geschlafen hat und an einer Infusion hing.

Walgren fragt, warum Murray seine Freundin Sade Anding zu der Zeit angerufen hat. Was war
so dringend, dass er sie anrufen musste? Sade Anding hoerte Stimmen im Hintergrund zu genau
dem Zeitpunkt, als Murray das Handy fallen liess. "War Murray in einem anderen Raum? Wie
lange war MJ in diesem Zustand? Hat MJ um Hilfe gerufen? Hat er geschnauft? Ist er erstickt?
Wir wissen es nicht ... und wir werden es nie wissen."

Alberto Alvarez kommt zum Haus. Murray greift nach Medizin-Ampullen und weist ihn an, diese
in eine Tasche zu geben. Erst dann bittet Murray ihn, 911 zu rufen. Es hat 20 plus Minuten
gedauert, 911 zu rufen. Faheem Muhammad findet die Kinder weinend. Die Sanitaeter brauchen
4 Minuten. Sie waren 1 1/2 Meilen entfernt. Walgren sagt, Murray hat sich selbst an erste
Stelle gesetzt und MJ an die letzte. Blount war in der Lage, schnell fuer Beatmung zu sorgen,
aber es war zu spaet.

Als die Sanitaeter MJ in die Ambulanz transportieren, findet Senneff Murray, wie er Dinge
vom Boden aufhebt und sie in einen Muellbeutel gibt. Walgren fragt die Geschworenen - warum?
Sie versuchten, MJ ins Spital zu bekommen, aber Murray war allein im Raum und hat Dinge
aufgehoben. Walgren erwaehnt Murray's Cargo-Hosentaschen.

Im Spital fragen die Aerzte, welche Medikamente Murray verabreicht hatte, wieder erwaehnt
Murray Propofol nicht. Nachdem MJ fuer tot erklaert worden war, ist Murray besorgt ueber
eine "Creme", von der er behauptete, MJ wuerde nicht wollen, dass die Leute von dieser
wissen. Walgren sagt, Murray weiss, dass seine Taschen, Medikamente und Spritzen im Haus
waren. Murray war nicht besorgt wegen der Creme ... er war ueber sich selbst besorgt.

Walgren fuehrt aus, dass die Detectives die Taschen gefunden haben, weil Murray ihnen gesagt
hatte, wo sie sind. Walgren sagt, Murray erschien in der Annahme zu der Befragung, dass
die Polizei die Taschen bereits gefunden hatte. Er hat das fuer die Erhaltung des Conrad
Murray erzaehlt. Murray dachte, seine Taschen waeren entdeckt worden. Er wusste, dass der
toxikologische Bericht kurz davor stand, fertig zu werden. Er erzaehlte von den Taschen,
um einen Vorsprung zu bekommen. Leider passt seine Geschichte nicht zu den Beweisen.

Walgren wechselt das Thema auf den Pflegestandard. "Jeder einzelne Arzt hat Ihnen gesagt,
dass sie nie das tun wuerden, was Murray getan hat."

Propofol sollte in einer Umgebung mit hoechster Ueberwachung gegeben werden. Niemand hat
je davon gehoert, Propofol in einem Schlafzimmer zu verwenden, bis Murray das tat. Es gab
keine Absicherungen. Das ist eine ungeheuerliche Abweichung vom Pflegestandard. Es ist
grobe Fahrlaessigkeit. Walgren sagt, diese Umgebung ist die direkte Ursache fuer MJ's Tod.
Propofol wird nicht fuer Schlafstoerungen verwendet. Der Artikel, den die Verteidigung be-
nuetzt hat, wurde nach MJ's Tod geschrieben.

Walgren erwaehnt das Equipment, das gebraucht wird und der Faehigkeit, es zu benuetzen.
Kein Equipment, das dafuer gebraucht wird, war da. Das ist ebenfalls grobe Fahrlaessigkeit.

Walgren bespricht "im Stich lassen" und dass der Patient nicht alleingelassen werden sollte,
weil Dinge sehr schnell passieren koennen. Murray's Vertieftsein in Emails, Textnachrichten
und Telefonate stellt "im Stich lassen" dar.

Walgren sagt, Benzos haben beigetragen. Walgren erwaehnt, was White ueber Variabilitaet
gesagt hat und das ist der Grund, warum alle Vorsichtsmassnahmen gebraucht worden waeren,
man weiss nicht, wie der Patient reagieren wird.

Murray hat in den vorhergehenden Jahren eine Krankenakte gefuehrt, aber er tat das in den
letzten 2 Monaten seiner Behandlung nicht. Murray hat vorgezogen, keine Akte zu fuehren,
weil er seine bizarre Behandlung nicht dokumentieren wollte.

Murray hat die Sanitaeter und die Aerzte im UCLA hinters Licht gefuehrt.

Walgren sagt, es gab einige Spekulation mit Szenarios, weil sie keine Krankenakte hatten.
Dr. Steven Shafer sagte, das wahrscheinlichste Szenario war, dass Murray MJ eine Infusion
gegeben hatte. Das basiert auf Beweisstuecken wie den Propofol-Lieferungen, dem aufge-
schnittenen IV-Beutel mit Kochsalzloesung, der Propofol-Ampulle mit Murray's Fingerab-
druecken und dem Riss durch einen Spike. Das ist nicht ungewoehnlich, Murray hat zugegeben,
das jede Nacht gemacht zu haben, eine Injektion mit 50 mg gefolgt von einem Drip.

Walgren sagt, vielleicht war es MJ's Idee, die Flasche in den Beutel zu geben, um sie zu
verstecken.

Walgren sagt, die Theorie mit einer Infusion erklaert die Blutlevel und die Telefon-Akten.
Walgren sagt, Murray war ein Angestellter und es ist unrealistisch, anzunehmen, dass MJ
dalag und sich beschwerte und Murray ignorierte ihn und war am Telefon. MJ klagte nicht
darueber, dass er nicht schlafen konnte, weil er geschlafen hat, weil Murray ihn an eine
Infusion gehaengt hatte.

White's Theorie der Selbstinjektion und der Einnahme von Lorazepam passierte nicht inner-
halb von 2 Minuten, sondern waehrend anderer Zeiten, in denen Murray MJ alleingelassen hat.

Murray's fruehere Patienten sagen, er war ein guter Arzt. Sie wurden alle in einem Spital
wegen Herzkrankheiten behandelt, wofuer Murray geschult war. Walgren fuehrt aus, dass wir
nicht von Murray's derzeitigen Patienten gehoert haben und wie sie sich fuehlten, als sie
seinen Brief bekommen haben und wie sie sich im Stich gelassen gefuehlt haben.

Walgren spielt ein Video des Verteidigungszeugen Dr. Allan Metzger mit der Aussage, dass
keine Geldmenge ihn dazu bekommen koennte, Propofol in einem Schlafzimmer zu geben. Lee's
Statement wird gespielt, in dem sie sagte, MJ haette ihr gesagt, er waere sicher, solange
ein Arzt ihn ueberwachen wuerde.

Walgren sagt, es gibt keine Beweise, die andeuten, dass MJ Propofol ohne anwesenden Arzt
wollte. MJ war nicht waghalsig. Er hatte ein Leben vor sich. Er hatte 3 Kinder, die er
von Herzen geliebt hat. Er wollte Propofol, um schlafen zu koennen, er wollte auch, dass
ein Arzt ihn die ganze Zeit ueberwacht, um sicher zu sein.

Walgren erwaehnt, dass Lorazepam eine kontrollierte Substanz ist und unter Verschluss ge-
halten werden sollte und der Gebrauch sollte aufgezeichnet werden.

Was der Experte der Verteidigung, Dr. Paul White, praesentierte, war "Junk Science" ("Pfusch-
wissenschaft"). Es war Muell. Es war traurig fuer die Wissenschaft und fuer die Wahrheits-
findung. White war konsistent im Beschuldigen von MJ. Wenn er von Dr. Shafer entlarvt wurde,
ging er und waehlte eine andere Theorie.

Walgren geht ueber das, was White ueber die Beagle-Studie gesagt hatte in Direktverhoer
und im Kreuzverhoer. Im Direktverhoer durch Flanagan sagte White, es war seine Idee. Im
Kreuzverhoer durch Walgren sagt er, er hatte nichts damit zu tun und hat es nicht studiert.

White sagte in seiner Aussage, er wuerde Propofol nicht zu Hause geben, ein Pulsoximeter
ohne Alarm hat keinen Wert, er wuerde einen Patienten nicht alleinlassen, der es mag,
Propofol selbst zu "druecken" und er haette 911 frueher gerufen.

Walgren sagt, White hat die Modelle nicht gemacht, er hat keine Information fuer die Modelle
bereitgestellt, er hat den Artikel nicht gelesen und er ist kein Experte in dem Bereich.
Walgren sagt, er stellte keine Untersuchungen an oder studierte. Walgren sagt, die Theorien
haben sich staendig geaendert.

Walgren erwaehnt, dass ein IV-Schlauch sehr kompakt ist und versteckt werden kann. Walgren
spielt dann das Video, in dem Flanagan White fragt, ob er einen anderen IV-Schlauch hat
und White zieht einen aus seiner Jackentasche. Walgren sagt, der IV-Schlauch war leicht zu
verstecken (Anm. Walgren spielte davor den Teil von White's Aussage, wo er meinte, er weiss
nicht, ob man einen IV-Schlauch in eine Jacken- oder Hosentasche stecken koennte, er stimmt
dann aber widerwillig zu und sagt "Ich selbst habe das noch nie gemacht").

Walgren erwaehnt den Artikel aus dem Jahr 1988 und dass dieser veraltet ist und dass der
Artikel von 2002 Shafer's Theorie eines Drips bestaetigt und die Theorie der Verteidigung
mit der Selbstadministration entlarvt.

MJ hat Murray vertraut. Er hat ihm sein Leben anvertraut. Er hat mit seinem Leben bezahlt.
Murray hat gelogen, hinterging, hat verdunkelt, aber wichtiger als das - Murray hat fahr-
laessig gehandelt und auf sich selbst aufgepasst. Das ist nicht, was ein Arzt tut. Murray's
Handlungen fuehrten direkt zu MJ's Tod. Aber die Anklage muss das nicht beweisen, weil
alles, was bewiesen werden muss, ist, dass Murray ein substantieller Faktor in MJ's Tod war.
Sogar, wenn man die Version der Verteidigung als Fakt akzeptiert, sollte Murray dennoch
verantwortlich gehalten werden.

Walgren bittet die Jury, Murray der fahrlaessigen Toetung schuldig zu sprechen, weil er
seinen Patienten im Stich gelassen hat. "Gerechtigkeit verlangt einen Schuldspruch" schliesst
er ab.

Mittagspause
 
Murray Prozess, Tag 23, 3. November 2011

(uebersetzt von Milka fuer MJJC)

Nachmittags

Ed Chernoff - Schlussplaedoyer


- Walgren's Schlussplaedoyer ist genau der Grund, warum wir in Amerika Geschworenen-Prozesse
haben.

- Walgren hat Stuecke von Aussagen von Zeugen in Bezug auf Propofol gegeben, statt den
gesamten Kontext.

- Das Team der Verteidigung hat nie gesagt, dass Murray keine Fehler gemacht hat. Aber
dieser Fall ist keine Anhoerung vor der Aerztekammer oder ein Zivilverfahren. Um ein Ver-
brechen zu beweisen, muss die Anklage zeigen, dass Murray MJ tatsaechlich umgebracht hat.
Die Anklage muss grobe Fahrlaessigkeit zeigen, aber auch die genaue Handlung, die der Grund
fuer den Tod ist, andernfalls ist es kein Verbrechen.

- Was die Verteidigung glaubt, ist, dass Murray MJ um 12 Uhr mittags in Not vorgefunden hat.
Das Erste, was Murray gemacht hat, war zu versuchen, MJ wiederzubeleben. Um 11:51 Uhr hat
Sade Anding einen Anruf von Murray erhalten. Ausgehend von Anding's Aussage glaubt die
Verteidigung, sie hat 2 Minuten zugehoert, bevor sie aufgelegt hat. Murray war von 11:18
Uhr vormittags bis 12 Uhr mittags am Telefon. Haette Murray MJ irgendwann zwischen 11:18
Uhr und 12 Uhr gefunden, waere dasselbe passiert, das Sade Anding berichtet hat, als sie
mit ihm am Telefon war (Murray haette das Telefon fallengelassen und versucht, MJ wieder-
zubeleben). Die Verteidigung sagt, zwischen 11:18 und 12 Uhr hat Murray MJ nie nicht
atmend vorgefunden.

- Zur Natur von Propofol - es ist ein 10-Minuten-Medikament. Die einzige Moeglichkeit,
die Wirkung von Propofol darueber hinaus zu erhalten, ist durch eine Infusion oder eine
IV-Injektion. Die Anklage hat 6 Wochen damit verbracht, zu versuchen, die Drip-Theorie zu
beweisen, weil die Beweise zeigen, dass Murray Propofol in MJ's Infusion gespritzt hat
bevor er das Zimmer verlassen hat. Die Anklage will, dass die Jury MJ verurteilt fuer die
Handlungen von Michael Jackson.

- Alberto Alvarez sagte, er hatte Schwierigkeiten, eine feste Anstellung zu finden nach
MJ's Tod, und dass ihm 500.000 Dollar fuer seine Geschichte angeboten worden sind. Alvarez
sagte, als er das erste Mal mit der Polizei sprach, war alles, was er angab, dass er 911
angerufen hat. Aber als Alvarez im August 2009 mit der Polizei gesprochen hat, hat er gesagt,
er hat die Kinder getroestet und hat Beweise fuer Murray versteckt. Die Geschichte wurde
monumental fesselnder und wertvoller. Chernoff fragt die Geschworenen, ob sie ernsthaft
glauben, dass Alberto Alvarez, wenn dieser Prozess vorbei ist, nicht Kapital schlagen wird
aus MJ's Todesgeschichte?

- Alvarez sagte, er hat nach MJ's Beinen gegriffen, Murray nahm die Schultern und sie
nahmen ihn und legten ihn auf den Boden. Alvarez sagt, Murray bat ihn, den IV-Beutel vom
Staender zu nehmen und dass da eine milchige Substanz in dem Beutel war, aber als das ge-
testet wurde, war nichts im Beutel. Chernoff erinnert die Jury, dass die Sanitaeter sagten,
sie fanden MJ am Bett, nicht am Boden.

- Das Problem mit der Theorie der Anklage beginnt mit den Widerspruechen von Alberto Alvarez,
es geht weiter mit Elissa Fleak, und sie hat urspruenglich nie eine Ampulle in einem IV-
Beutel erwaehnt. In den Notizen, die sie nicht zerstoert hat, wird keine Propofol-Ampulle
in einerm aufgeschnittenen IV-Beutel erwaehnt und es gibt auch keine Fotos davon. Fleak hat
es erst 18 Monate spaeter in einer Aussage erwaehnt.

- Detective Smith, von dem Chernoff sagt, er ist methodisch, ein perfekter Profi, hat Notizen
gemacht ueber eine kleinere Ampulle Lorazepam mit einem IV-Beutel in einer Tasche aus dem
Raum, in dem MJ gestorben ist, aber kann sich nicht erinnern, eine Ampulle mit Propofol in
einem IV-Beutel gesehen zu haben. Chernoff sagt, der Grund, warum Smith das nie gesehen hat,
ist der, dass es nie existiert hat.

- April 2011: Alberto Alvarez wird vom LAPD befragt und zeichnet ein Bild eines IV-Beutels.
Chernoff unterstellt, dass das LAPD Alvarez gecoacht hat und er einen Beutel gezeichnet hat,
der dem aehnlich war, den das LAPD zur Befragung mitgebracht hatte. Chernoff sagt, dass sich
die Theorie der Anklage dann erhaertet hat.

- Chernoff hinterfragt Dr. Shafer's Aussage: Er sagte, der IV-Schlauch hing am Staender, um
die Theorie der Anklage zu beweisen, dass Murray einen IV-Drip benuetzt hat. Chernoff sagt,
dass der lange Schlauch, der in der Aussage benuetzt wurde, fuer eine Infusion benuetzt wird,
der kurze Schlauch, von dem Murray sagt, dass er ihn benuetzt hat, wird fuer eine IV-Injek-
tion benuetzt. Chernoff sagt, dass Shafer am naechsten Tag ausgesagt hat, er lag falsch,
obwohl Murray's Leben auf dem Spiel steht. Chernoff sagt, dass es bewiesen ist, dass Murray
den kurzen Schlauch benuetzt hat aus medizinischen Akten die zeigen, dass Murray nur den
kurzen Schlauch bestellt hat, nicht den langen, was somit zeigt, dass Murray tatsaechlich
eine IV-Injektion gemacht hat und keine Infusion.

- Chernoff sagt, dass Dr. Shafer an erster Stelle ein Pharmakokinetiker und erst an
zweiter ein Anaesthesist. Chernoff sagt, die Anklage hat Shafer zu einem Polizisten gemacht,
und Shafer erklaerte, was er glaubt, dass passiert ist als waere es wahr, aber es ist ledig-
lich eine Meinung.

- Chernoff ueber Dr. White: White ist voellig ehrlich und sagte, wenn es angebracht war,
ich habe nicht die Qualifikation bestimmte Aussagen zu kommentieren, aber Shafer hat das
nie gesagt. Chernoff sagt, dass White mehr ueber Propofol weiss als Shafer jemals wissen
wird. White hat nur versucht, der Jury die Wahrheit zu sagen, fuer 11.000 Dollar. Chernoff
sagt, dass Shafer Simulationen gezeigt hat, eine nach der anderen, und keine hatte irgend-
etwas mit dem Fall zu tun - bis auf eine, und diese eine ist die, die die Verteidigung von
ihm erbeten hatte. Shafer zeigte eine schnelle Bolus-Simulation, waehrend niemand von der
Verteidigung ihn gebeten hatte, diese zu machen. Shafer arbeitet "rueckwaerts" an seiner
Theorie (von der Konzentration zur Dosis), und wenn jemand das macht, gibt es eine Million
verschiedene Ergebnisse.

- MJ haette nicht sterben koennen an dem, was Murray zugegeben hatte, dass er getan hat
(IV-Injektion von 25 mg) und Shafer gab das zu. Chernoff hinterfragt, ob Shafer ein Wissen-
schaftler ist oder ein Advokat der Anklage.

- Chernoff sagt, die Anklage kann kein Verbrechen beweisen. Als Chernoff Shafer nach oraler
Einnahme von Lorazepam fragte, sagte Shafer, dass 1/300 einer Tablette in MJ's Magen war.
Chernoff sagt, die Verteidigung weiss, dass MJ Lorazepam oral eingenommen hat und dass
Shafer's Belege nicht repraesentativ sind als Beweis, sie repraesentieren nichts.

- Chernoff sagt, es gibt 2 annehmbare Szenarien mit Lorazepam. Das erste ist, MJ ging in
sein Badezimmer und schluckte Lorazepam und Murray wusste das nicht. Chernoff sagt, waere
dieser Fall ueber irgendjemand anderen (Anm. nicht Michael Jackson), waere Murray nicht vor
Gericht.

- Chernoff sagt, Murray's Patienten waren bereit, zum Gericht zu kommen und vor Kameras fuer
ihn auszusagen. Leute, die Murray kennen, glauben, dass er niemals Geringschaetzung fuer
menschliches Leben haben koennte, wie die Anklage behauptet.

- Chernoff sagt, wenn Murray so ein Luegner ist, warum hat er dem LAPD gesagt, dass er MJ
Propofol durchgehend fuer 60 Tage gegeben hat?

- Definition von grober (krimineller) Fahrlaessigkeit: Die Anklage hat in vielerlei Hinsicht
Fahrlaessigkeit gezeigt. 3 Aspekte von grober Fahrlaessigkeit (aus der Belehrung fuer die
Geschworenen): #1 Hat Murray die Handlung oder Nicht-Handlung mit grober Fahrlaessigkeit
begangen? #2 Ist sie die direkte Ursache fuer MJ's Tod? #3 Ist es die natuerliche oder wahr-
scheinliche Konsequenz der Handlung (der Tod).

- Chernoff sagt, rueckblickend ist es einfach zu sagen, dass Murray ein lausiger Arzt ist,
aber die Aerzte, die Zeugen der Anklage waren, steckten nie in Murray's Schuhen. Es ist
einfach ueber jemanden zu richten, wenn Leute eine winzige Menge an Mitgefuehl haben, aber
seine Motive nicht in Frage stellen. Murray's groesster Charakterfehler ist auch seine
groesste Staerke, er dachte, er koennte MJ helfen, er dachte, er koennte ihm helfen zu
schlafen. Aber Murray lag falsch, er war ein kleiner Fisch in einem grossen, schmutzigen
See.

- Chernoff sagt, dass Murray keine Ahnung hatte, warum MJ aussah als waere er tot, als er
in das Zimmer zurueckkam. Chernoff sagt, man sollte von Murray nicht erwarten, zuerst 911
anzurufen, sondern den Patienten (MJ) zuerst wiederzubeleben. Chernoff sagt, dass Dr. Stein-
berg ausfuehrte, dass man vielleicht 2 Minuten fuer die Wiederbelebung hat, danach ist es
eine Straftat 911 nicht anzurufen.

- Chernoff sagt, dass Murray MJ Flumazenil injiziert hat und laeuft dann hinunter und ruft
Kai Chase, und Kai Chase (und nicht Murray) holte dann Prince.

- Chernoff sagt, Steinberg fuehrte aus, dass Murray Substandard-CPR gemacht hat, es basiert
auf Aussagen, dass die Herzdruckmassage am Bett gemacht wurde. Chernoff sagt, dass Herz-
druckmassage mit einer Hand unter MJ's Ruecken und einer Hand, die die Druckmassage macht
keine Verletzung des Pflegestandards ist. Chernoff sagt, die Verteidigung fuehrte aus, Murray
wich vom Pflegestandard ab, weil er nicht ausreichende Beatmung gegeben hat, aber es wurde
eine Ambu-Bag am Boden gefunden. Chernoff sagt, jede einzelne Handlung von Murray wurde
von der Anklage als Abweichung vom Pflegestandard bezeichnet.

- Chernoff sagt, die Anklage hat MJ's Kinder in den Prozess eingebracht, um Mitgefuehl zu ge-
winnen. Er sagt, die Anklage brachte Nicole Alvarez ohne Grund. Er sagt, dass die Anklage
einen perfekten Boesewicht und ein perfektes Opfer malen will, aber sie sind weder das eine,
noch das andere. Chernoff sagt, der Grund, warum Murray das Spital scheinbar verlassen hat
war der, dass er in einen anderen Fluegel ging, um mit der Pressemitteilung zu helfen.

- Chernoff sagt, es ist glaubhaft, dass Murray aus dem Spital zurueck zu MJ's Haus wollte,
weil sein Auto dort war, und es ist glaubhaft, dass er essen gehen wollte. Was nicht glaub-
haft ist - dass Murray zum Hause wollte, um eine Creme zu holen und dass Amir Williams
davon so verstoert war, dass er das Haus verriegeln liess, aber er hat es der Polizei ge-
gegenueber nicht erwaehnt.

- Chernoff spielt die Voicemail von Frank Dileo an Murray vom 19. Juni 2009, in der Dileo
sagt, dass MJ eine Episode hatte, dass er krank war und dass Murray einen Bluttest machen
lassen sollte.

- Chernoff sagt, dass MJ unter gewaltigem, abnormalen und unmoeglichem Druck von AEG stand.
Chernoff gesteht ein, Propofol zu Hause zu geben war nicht angemessen. Aber Murray gab MJ
eine nicht kontrollierte Substanz, nicht Demerol. Chernoff sagt, wenn Murray nach Hause
ging, uebernahm "das andere Leben" Michael Jackson.

- Chernoff wiederholt Steinberg's Aussage, die Gabe von Propofol an MJ ist "wie ein Baby
auf einer Arbeitsplatte". Chernoff sagt, das war beleidigend MJ gegenueber, als ob MJ ein
Baby war, keine Vertraege abschliessen konnte, seine Kinder nicht selbst erziehen konnte,
weil er nur ein Baby war. Chernoff fragt, ob von Murray erwartet wurde, MJ staendig zu
beobachten, um ihn vor sich selbst zu schuetzen?

- Chernoff bringt den Fall von MJ weg, gibt als Beispiel ein psychiatrisches Krankenhaus,
ein Patient dort bringt sich selbst um mit einer Ueberdosis. Wenn die Jury Murray verant-
wortlich halten will, soll sie es nicht tun, weil es MJ ist. Dies ist keine Reality-Show,
es ist die Realitaet, und es geht darum, dass es eine echte Person betrifft und die Leute,
die die Person lieben.
 
Last edited:
Murray Prozess, Tag 23, 3. November 2011

(uebersetzt von Milka fuer MJJC)

Nachmittags

David Walgren Widerlegungs-Schlussplaedoyer ("Rebuttal")


- Walgren sagt, der Prozess findet nicht statt, weil das Opfer MJ ist.

- Kriminelle grobe Fahrlaessigkeit: Propofol zu geben, das dafuer bekannt ist, Atemdepression
zu verursachen, als ein ein-Mann-Betrieb, keine Sicherheitsvorkehrungen, nichts. Bizarres,
unethisches, skrupelloses Verhalten, das man niemals zuvor je gesehen hat, und das ist der
Grund, warum Murray vor Gericht steht.

- Murray's Patienten, die als Zeugen hier waren, hatten den Vorteil eines Krankenhauses,
ein Team, Monitore; und sie wurden wegen Herzkrankheiten behandelt, MJ hatte keinen dieser
Vorteile. MJ wurde wegen Schlafstoerungen behandelt, worueber Murray nichts wusste.

- Walgren fragt, warum die Zeugen, die Murray's Patienten waren, Patienten von vor ueber
einem Jahrzehnt waren. Walgren fragt, warum keine aktuellen Patienten von Murray vorge-
laden worden waren.

Walgren: "Armer Conrad Murray. Jeder arbeitet nur gegen ihn." Die Verteidigung beschuldigt
Elissa Fleak, Alberto Alvarez, Shafer, AEG, Randy Phillips, Michael Amir Williams, Kai
Chase. "Armer Conrad Murray." Walgren sagt, der Zeuge Mr. Ruben sagt, dass Murray getrauert
hat, Walgren sagt, das war, weil es um Murray geht (Anm. es ging Murray nur um Murray) und
um niemanden sonst.

Walgren sagt, die Verteidigung behauptet, dass Alberto Alvarez und Elissa Fleak luegen,
Shafer ist Polizist, Kai Chase hat es verfehlt, die Sicherheitsleute zu holen, und "haetten
sie mehr Zeit gehabt, bin ich sicher, sie haetten einen Weg gefunden, Michael's Sohn Prince
zu beschuldigen." Jeder hat Schuld, ausser Conrad Murray, wenn es nach der Verteidigung geht.
Wenn Alberto Alvarez luegen wollte, haette er das viel besser machen koennen, statt mit
einer bizarren Geschichte ueber einen IV-Beutel mit einer Propofol-Ampulle darin. Walgren
sagt, die Verteidigung behauptet, es ist eine Verschwoerung zwischen dem LAPD, Bodyguards
und anderen, um das Murray anzuhaengen. "Armer Conrad Murray." Alles, was Murray in seiner
Behandlung getan hat, war bizarr. Er hat 20 Minuten gewartet, bevor 911 gerufen wurde, das
ist bizarr. Er gab Propofol zu Hause fuer 60 Tage, das ist bizarr. Er hat die Sanitaeter und
die UCLA-Aerzte ueber das Propofol angelogen, das ist bizarr. Ist es ueberraschend, dass
Murray einen ungewoehnlichen Aufbau fuer den IV-Beutel gemacht hatte? Walgren sagt, niemand
weiss, warum es so aufgebaut war, vielleicht hat er es ein bisschen versteckt fuer den Fall,
dass MJ's Kinder hereinkommen. Wir wissen es nicht, aber wir wissen von Murray, dass MJ hei-
kel war darin, dass die medizinischen Dinge jeden Tag weggeraeumt wurden, damit die Kinder
sie nicht sehen. Alles, was Murray getan hat, war bizarr, und nichts ist konsistent mit einem
geschulten, kompetenten Arzt, der den Patienten an erste Stelle setzt.

Walgren sagt, die Verteidigung gibt MJ die Schuld dafuer, dass Murray ihn alleingelassen
hat. MJ hat sich Propofol zum Schlafen ausgesucht, aber nur ein Arzt sagte ja dazu, es
zu geben. "Armer Conrad Murray." MJ ist tot. "Armer Conrad Murray." Niemand weiss, wie es
ist, in seinen Schuhen zu stecken. Walgren: "Sie haben recht. Weil ich habe keinen Arzt in
diesem Fall gesehen, der gesagt hat, er wuerde jemals tun, was Conrad Murray getan hat.
Jemals. Inklusive der Zeugen der Verteidigung."

Walgren sagt, die Verteidigung hat in ihrem Schlussplaedoyer nichts ueber Dr. White gesagt,
weil es "Junk Science" war. Shafer hingegen machte dies pro bono (gratis) und zeigte echte
Wisschenschaft, um zu zeigen, wie MJ gestorben ist.

Walgren sagt, dass Murray die gesetzliche Pflicht hatte, seinem Patienten, MJ, den Pflege-
standard zu bieten. Haette Murray den Raum nicht verlassen, waere das nicht passiert. Haette
Murray ein Monitor-System an MJ angeschlossen, waere das nicht passiert. Haette Murray ge-
wusst, wie man einen Patienten effektiv wiederbelebt, waere das nicht passiert. Das Gesetz
sagt, die Kausalitaet muss nur eine natuerliche und wahrscheinliche Konsequenz haben. Wenn
man Propofol in einem Schlafzimmer gibt, ist die natuerliche und wahrscheinliche Konsequenz,
dass es zum Tod fuehren koennte. Es verursacht Atemstillstand, es hat unvorhersehbare
Effekte, wie beide, Shafer und White, sagten, es haengt davon ob, ob man fastet, wieviel
man gegessen hat, anderen Medikamenten im Koerper, wie dehydriert man ist. Es ist vollkommen
vorhersehbar und berechenbar, dass Tod eintreten kann. White, Zeuge der Verteidigung, sagte,
wenn er einen Patienten haette, der es mag, Propofol selbst zu "druecken", wuerde er ihn
nicht allein lassen.

Walgren sagt, dass Alberto Alvarez sehr leicht einfachere Luegen bringen haette koennen.
Es gibt keine Hinweise darauf, dass Alvarez eine Animositaet gegen Murray hatte, er dachte,
er waere ein guter Arzt, bis MJ gestorben ist. Weder Alvarez, noch Fleak haben irgendeine
Position in diesem Fall, keinen Grund zu luegen.

Walgren sagt, dass Shafer der Verteidigung alle Grafiken und Daten auf deren Anfrage ueber-
geben hat. Shafer hat die Wahrheit gesagt.

Walgren sagt, MJ's Fingerabdruecke waren nicht auf der Spritze. Alvarez' Fingerabdruecke
sind nicht auf dem IV-Beutel. Murray's Fingerabdruck ist auf der Propofol-Ampulle, die im
IV-Beutel gefunden wurde.

Walgren bittet die Jury, die Luegen, die Murray erzaehlt hat, zu evaluieren: Murray hat
Ortega, Gongaware, Phillips und Jorrie belogen und gesagt, dass MJ bei grossartiger Ge-
sundheit war. Murray hat Bob Taylor in London eine Email geschickt und ueber MJ's Gesund-
heit gelogen. Murray belog die Sanitaeter und die Aerzte im UCLA, Dr. Cooper und Dr. Nguyen.
Murray hat Tim Lopez belogen darueber, dass das Propofol an seine Klinik geschickt wird und
nicht an die Wohnung von Nicole Alvarez. Murray log, als er sagte, er bestehe auf einer
Autopsie, wenn er dabei keine wie auch immer geartete Rolle spielte. Murray log, als er
sagte, er haette Sozialarbeiter im UCLA fuer die Familie organisiert, waehrend das das
UCLA-Protokoll ist. Murray log, als er sagte, er haette Katherine Jackson zur Seite ge-
nommen und sie gefragt, ob es irgendetwas gibt, was er tun kann, sie fragte, was passiert
war und er sagte, er wuesste es nicht. "Armer Conrad Murray".

Walgren sagt, das Gesetz ist klar in Bezug auf Kausalitaet. Die Theorie der Verteidigung
passt nicht zur Kausalitaet. Murray sagte, er wusste, dass MJ abhaengig war von Propofol,
Murray sagte, MJ hat das Medikament gern selbst "gedrueckt" und Murray war derjenige, der
MJ das Valium, Midazolam, Lorazepam und das Propofol gegeben und MJ dann im Stich gelassen
hat.

Walgren gesteht ein, dass die Anklage nicht genau beweisen kann, was genau passiert ist
hinter verschlossenen Tueren. Aber die Jury weiss, was jede Nacht passiert ist, dass
Propofol geschickt wurde und dass MJ gestorben ist. Es war eine natuerliche und wahr-
scheinliche Konsequenz, und das Ungewoehnliche ist, dass MJ so lange ueberlebt hat, da er
Propofol in dieser Umgebung bekommen hat.

Walgren sagt, wenn Murray so besorgt war, warum hat er MJ in seinem Schlafzimmer aufge-
nommen? Das war eine Beziehung, die auf Vertrauen basieren sollte, und MJ hat Murray ganz
klar vertraut. Murray hat Propofol ins Haus gebracht, gab es MJ, liess MJ im Stich, hatte
keine Monitore, verfehlte es, 911 zu rufen, Murray ist verantwortlich. Murray ist grob fahr-
laessig, nicht, weil es um MJ geht, sondern, weil er sich grob fahrlaessig verhalten hat.
Murray war ein substantieller Faktor in MJ's Tod.

Walgren bittet die Jury, die gesamten Beweise in Erwaegung zu ziehen und sagt, dass er darauf
vertraut, dass die Jury Murray fuer grob fahrlaessig befinden wird, weil das ein pharma-
zeutisches Experiment in einem Schlafzimmer war. Walgren bittet die Jury, mit dem einzig
richtigen und wahren Urteil in diesem Fall zurueckzukommen, und dem einzig gerechten Urteil
in diesem Fall. Walgren bittet die Jury, mit einem Schuldspruch zurueckzukommen fuer den
einzigen Anklagepunkt der fahrlaessigen Toetung basierend auf Murray's Handlungen - und
einzig auf Murray's Handlungen.
 
Last edited:
Die Jury hat ein Urteil gefaellt, es wird gegen 22 Uhr unserer Zeit verlesen.
 
Wer es noch nicht weiss - Conrad Murray wurde der fahrlaessigen Toetung schuldig gesprochen. Murray wurde in Handschellen abgefuehrt und durfte nicht bis zur Urteilsverkuendung in Freiheit bleiben.

Die Urteilsverkuendung wird am 29. November stattfinden (der Richter entscheidet, wie die Strafe aussehen wird).

Es wird noch eine kurze Zusammenfassung von MJJC gepostet werden, Uebersetzung folgt.
 
7. November 2011 - Tag des Urteilsspruchs

Am 2. Tag der Beratungen und nachdem sie insgesamt 8 1/2 Stunden beraten hatten, haben die Geschworenen ein Urteil im Prozess gegen Conrad Murray gefaellt - einen Schuldspruch. Staatsanwalt Walgren verlangte, dass Conrad Murray ohne Kaution in Haft genommen wird. Richter Pastor fuehrte an, dass Murray eine Gefahr fuer die Oeffentlichkeit ist und dass er Kontakte ausserhalb des Staates Kalifornien hat (Anm. Fluchtgefahr), und er liess Conrad Murray ohne Kaution in Haft nehmen. Conrad Murray wurden von Deputy Jones die Handschellen angelegt und er wurde spaeter ins Gefaengnis gebracht, wo er auf die Urteilsverkuendung wartet. Die Anhoerung ueber die Urteilsverkuendung ist auf den 29. November 2011 um 8:30 Uhr morgens kalifornischer Zeit festgesetzt.

Video des Urteilsspruchs


Bild von Conrad Murray in Handschellen

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Pressekonferenz des Staatsanwalts

 
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